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tobacco arts 42011

FOTOKÜNSTLER HITCH

Die puristische Schönheit von Maschinen 

Text: Gabriela Greess / Fotos: Hitch

Der Berliner Fotokünstler verzaubert die nüchterne Geometrie der Technik und präsentiert zeitlos schöne, puristische Formen.

Als Junge trieb er sich gerne auf Schrottplätzen herum, stets auf der Suche nach mechanischen Wunderteilen wie alten Zahnrädern und nostalgischen Spiralfedern. Heute dringt Hitch mit seiner Kamera ganz selbstverständlich in die Werkhallen führender innovativer Unternehmen vor und dokumentiert dort rasante High- Tech-Entwicklungen. Doch sein Fokus richtet sich auch auf gewagte Architektur- Entwürfe. Alternative „Biotürme“ erscheinen bei Hitch wie surreale gigantische „Cigar-Ufos“ von einem anderen Planeten. Und immer wieder tauchen bei dem engagierten Fotokünstler bizarre Industrielandschaften auf. Der 44-jährige Berliner ist auch ein unkonventioneller Trendscout in Sachen Energiewende. Mit geschultem Blick richtet er seine Linse auf Makro-Strukturen aus Werkstoffen unserer High-Tech- Zeit. Wie glitzerndes Grüngold leuchtet auf seinen Bildern feinstoffliches Glasfaser- Gewebe, das für die Rotorblätter von Windkraftanlagen gebraucht wird. Als Wunderwerke der Feinmechanik erscheinen auf Hitchs Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin gigantische Schiffspropeller „Made in Mecklenburg- Vorpommern“. Kein Wunder, treiben sie doch auf den Weltmeeren so legendäre Schiffe wie die Queen Mary II an.

„TABAK-BILD-KISTEN“ ALS HOMMAGE AN HABANOS

Mit Langzeitprojekten wie „Tech- Struct-Germany“ profiliert sich Hitch als sensibler Chronist deutscher Industriegeschichte: „Ich fotografiere nach wie vor mit meiner Leicaflex-Kamera aus dem Jahr 1972“, bekennt sich der Autodidakt zur analogen Technik und zieht genussvoll an seiner Bolívar Especiales No. 2, der Edición Regional 2009 für Deutschland. „Meine Mission ist es, Motive aus den Materialwelten der Technik und Natur, die uns nachhaltig bestimmen und beeinflussen, künstlerisch einzufangen. Dazu setze ich auf ungewöhnliche Perspektiven und natürliche Lichtquellen. Blitzlicht und Bildbearbeitung sind für mich ein Tabu. Die Digitaltechnik verwende ich nur für begleitende Videos und multimediale Installationen. Da kann ich mit Geräuschkulissen aus den Maschinenhallen experimentieren, meinen Fotos den Original-Sound aus dem Werksleben deutscher Industriehallen einhauchen.“ Ein widerborstiger Künstler wie Hitch passt bestens ins Bild der vor Kreativität überbordenden Hauptstadt Berlin. Doch auch er sucht und findet immer wieder Inspirationen im Ausland. Eine Reise nach Kuba stimulierte ihn zu seinen originellen „Tabak-Bild-Kisten“, die auch in der Cigarworld by Tabac Benden in Düsseldorf zu sehen sind. Mit sensiblem Gespür dokumentierte Hitch das braune Gold von Pinar del Rio vom frisch geernteten Tabak bis zur perfekt gedrehten Puro. Dann passte er seine Fotos raffiniert ein in edle Holzkisten: „Ich experimentiere gerne, auch beim Genuss von Puros“, bekennt Hitch und freut sich auf seine Juan Lopez im Großformat. Welch ein Kompliment, dass ausgerechnet eine der ältesten Zigarrenmarken aus Kuba den umtriebigen Avantgarde-Fotografen zu futuristischen Bildern aus dem High- Tech-Land Germany inspiriert …

 
   
 





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