
Las Vegas
Text: Richard Carleton Hacker / Fotos: Richard Carleton Hacker
Unter all den Städten Amerikas galt Las Vegas stets als die pfeifen- und zigarrenfreundlichste. Bis vor kurzem. Im Vorjahr wurde, was viele in „Sin City” als finanziellen Selbstmord betrachten, ein Gesetz verabschiedet, das das Rauchen in Lokalen verbietet, wo Speisen serviert werden. Das hatte natürlich Auswirkungen. Vom Coffeeshop bis zum feinen Speiselokal ist die Anzahl der Martinis vor und der Cognacs nach dem Essen stark zurückgegangen. Zwar kann man sich noch in den meisten Casinos eine Zigarre anzünden – das neueste, erst kürzlich eröffnete 64-stöckige-Trump Hotel & Tower ist allerdings komplett rauchfrei. Zum Glück gibt es aber noch viele Cocktaillounges und Zigarrenbars, die Raucher willkommen heißen. Hier sind ein paar der besten:
Palms Casino & Resort Ein facettenreiches Disneyland für Zigarrenraucher, wo man gleich aus mehreren exotisch anmutenden Lokalitäten wählen kann. Die meisten verlangen allerdings Eintritt. Da gibt es zunächst den ultra-modernen Moon Nightclub mit seinem einziehbaren Dach und Ausblick über die ganze Stadt, oder die ebenso spektakulären Aus- und Ansichten im Playboy Club im 52. Stock mit seinen heißen Bunnies. Oder die privaten, verglasten Skyboxes – reservierte Lounges – mit der pulsierenden Laser-und-Licht-Show des Rain Nightclubs. Mein Favorit ist aber die Ghostbar, 55 Stockwerke über Las Vegas. Sie umfasst die Ultra Lounge im Innenbereich und das Ghost-Deck im Freien. Durch das Plexiglas im Fußboden reicht der Blick bis auf den Parkplatz – eine ernüchternde Aussicht, die nach einer kräftigen Robusto verlangt.
MGM Grand Das ist noch eines der zigarrenfreundlichsten Casino-Resorts am Strip. Man kann in den ultra-luxuriösen SkyLofts mit zweistöckigen Suiten im 29. Stock absteigen oder in einem Zimmer mit modernster Ozonluftfilterung samt eigenem Butler, der einem Zedernspäne und die umfangreiche Zigarrenkarte serviert. Von der Davidoff Millennium Churchill bis zur Zino Platinum Crown Double Grande ist alles da. Wer einfach nur ins Casino möchte, kann Sie sich im Rouge, Zuri, Centrifuge und in der Crazy Horse Paris Front Bar eine Zigarre anzünden, wo es ebenso eigene Zigarrenkarten gibt. Studio 54 und Tabú Ultra Lounge gestatten natürlich auch das Zigarrenrauchen, verlangen aber Eintritt.
Bellagio Dieses luxuriöse, mit dem AAA Five Diamond Award ausgezeichnete Casino Resort ist nicht nur berühmt für seine „tanzenden Musik-Brunnen“ und sein 1200 Quadratmeter großes Gewächshaus, es hat auch sechs zigarrenfreundliche Bars – Petrossian, Baccarat Bar, Club Prive, Starting Gate, Allegro, und die geräumige Fontana Bar & Lounge (mit einigen Kellnerinnen, die auch Ihre Zigarre montieren), jede mit ihrem eigenen Zigarrenhumidor und ihrer Zigarrenkarte.
Casa Fuente Das ist die erste von der Familie Fuente autorisierte Zigarrenboutique. Wer sich wie ein Gewinner fühlen möchte, angelt sich einen Stuhl an der Bar (im Stil von Havanna der 1950er Jahre), die mit erstklassigen Spirituosen bestückt ist. Begehen Sie den Humidorraum, wo die exklusivsten Zigarren von Fuente liegen – OpusX, Ashton VSG, Diamond Crown Maximus oder die Limited Edition Forbidden X Cigar-In-The Bottle. Der Geschenkshop verkauft Kleidung und Zigarrenzubehör der Marke Fuente. Hier findet man auch eine der seltensten Zigarren überhaupt, die Cameroon-wrapped Casa Fuente, die nur in dieser Lounge erhältlich ist. Man kann sie weder per Post noch im Internet bekommen (zumindest nicht auf legale Weise). Das allein macht Casa Fuente zu einem sicheren Tipp in Las Vegas.
Davidoff @ The Palazzo Eines der neuesten und spektakulärsten Casino Resorts, The Palazzo, neben The Venetian, beherbergt einen der sechs Davidoff Zigarrenboutiquen in Las Vegas. Da diese hier aber genau gegenüber der Laguna Bar des Casinos liegt (wo man Zigarren rauchen darf), macht es besonders viel Spaß, Menschen zu beobachten und eine Limited Edition Davidoff Royal Salomones zu paffen. The 40/40 Club, The Palazzo Quasi die Las Vegas-Version von Hip-Hop Rapper Jay-Zs Buden in New York und New Jersey. Diese Sportbar und Lounge bietet Essen, Großbildfernseher und Wände voll mit Erinnerungsstücken aus der Welt des Sports, aber der echte Home-Run ist Kenwood Vineyards private Zigarrenlounge (Eintritt gegen Gebühr) mit ihren bequemen Sitzgelegenheiten und der Terrasse mit Blick auf den Strip. Man findet hier eine ziemlich ausführliche dominikanische Zigarrenkarte inklusive Zigarren der Marke 40/40. Übrigens kommt der Name vom 40/40 Club im Baseball, der nur Spieler aufnimmt, die in einer einzigen Saison 40 Home-Runs geschafft und 40 Bases „gestohlen“ haben. Bis jetzt können nur Barry Bonds (1996), Alex Rodriguez (1998), Jose Canseco (1988), und Alfonso Soriano (2006) diese Ehre für sich beanspruchen.
Andre’s French Restaurant In diesem mit einem AAA Four Diamond Award ausgezeichneten Restaurant bereitet Chefkoch Andre Rochat hervorragende Speisen zu. Danach lässt man sich von dem sympathischen Dining Room Manager Frank Hendricks über die Wendeltreppe in die Zigarrenlounge führen, wo viktorianisches Dekor, ein knisterndes Kaminfeuer und eine der besten Kollektionen seltener Cognacs, Armagnacs, und Jahrgangsportweine in Amerika (darunter ein Hardy’s aus 1892, der glasweise ausgeschenkt wird) auf den Gast warten. Wegen des Rauchverbots in Speiseklokalen wird hier zwar kein Dessert mehr serviert, aber zumindest ein Gläschen und eine feine Zigarre kann man genießen, etwa die im Humidor vorhandenen OpusX oder Padrón.
TI (Treasure Island) Jeden Donnerstag um 10 Uhr abends veranstaltet das Casino-Hotel mit dem Piratenmotto ein “Puff Puff Blow” in der Mist Bar, wo die Gäste eingeladen werden, mit aromatischen Tabaken gefüllte Wasserpfeifen zu rauchen, während ein Disk Jockey Platten auflegt. Der Eintritt ist frei.
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