EnglishDeutsch
cj cover 1 13 d startseite
Drucken E-Mail

branden nacht2

Weltstadt trifft Zigarre

Text: Isabella Benda / Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus

Es war einmal ein deutscher Bundeskanzler, der den genüsslichen Seiten des Lebens durchaus zugetan war. Jener lächelte ungeniert mit dicker Zigarre im Mund diversen Paparazzi in die Objektive. Aktuelles Fotomaterial dieser Art ist heute rar. Gerhard Schröder hat seine Leidenschaft für eine feine Puro wohl nicht aus Gram über die anhaltend schwierige politische und wirtschaftliche Lage abgelegt, aus Solidarität für seine strapazierten Landsleute (oder doch aus Opportunismus?) bleibt die Zigarre bei öffentlichen Auftritten jedoch nunmehr im Etui. In Deutschlands Hauptstadt – dem Zentrum von Macht, Einfluss und Geld – wird auch ohne rauchige Vorbildfunktion des Staatsmannes weiterhin fleißig gepafft. Einheimische Freunde des Tabakgenusses und die zahlreichen internationalen Gäste, die es nach Berlin zieht, können sich vielerorts über prächtig gefüllte Humidore freuen. Das ECCJ präsentiert Ihnen eine Auswahl interessanter Zigarren Hot Spots

Es ist DAS Hotel in Berlin. Im Hotel Adlon direkt am Brandenburger Tor steigt alles ab, was Ruhm, Namen und/oder Geld hat. Als der gebürtige Mainzer Lorenz Adlon zu Beginn des 20. Jhdt. rund 20 Millionen Goldmark in ein Hotelprojekt in Berlin investierte, wollte er neue Maßstäbe für die Hotellerie setzen. Eine Herberge der Superlative sollte entstehen. Das ist ihm zweifellos gelungen, im Hotel Adlon residierten Größen wie Ford, Rockefeller oder Roosevelt. Just am Ende des 2. Weltkrieges zerstörte ein Brand das traditionsreiche Haus, das alle Bombennächte unbeschadet überstanden hatte. Über 50 Jahre sollte es dauern, bis das Hotel Adlon als Grandhotel in neuer Pracht seine Pforten öffnen konnte. Vornehmes Residieren ist nicht das einzige Atout des Hauses, auf Zigarrenkultur wird allerhöchster Wert gelegt. Wie denn auch nicht – den Ansprüchen der gehobenen Klientel muss schließlich Rechnung getragen werden. In den weiten Lagerräumlichkeiten – dort also, wo der Gast gemeinhin keinen Zutritt hat – steht ein riesig großer Humidor, von dem aus die einzelnen Humidore in den verschiedenen Bars und Restaurants des Hauses mit Nachschub versorgt werden. Ob im Brasserie-artigen Restaurant Quarré, im Gourmet-Restaurant Lorenz Adlon oder in der Lobby Lounge & Bar – wer Lust auf eine Zigarre verspürt, kann sich glücklich schätzen, überall aus einem Sortiment von rund 25 bis 30 verschiedenen Marken und Formaten wählen zu können. Gefüllt sind die Humidore mit Zigarren kubanischer und dominikanischer Provenienz. Die Philosophie des Hauses sieht nämlich vor, mindestens drei verschiedene Marken eines Herkunftslandes anzubieten. Nicaragua und Honduras fallen derzeit leider wegen mangelnder Nachfrage durch den Rost. Wer im gediegenen, holzgetäfelten Ambiente des vielfach ausgezeichneten Restaurant Lorenz Adlon speist, den erwarten nicht nur Gaumenfreuden aus Küchendirektor Rainer Siggs und Küchenchef Thomas Neesers Repertoire. Restaurantleiter Jens Ast sorgt dafür, dass schon das Zigarrenservice selbst zum vielversprechenden Genuss wird. Aus einem von nur insgesamt 500 Stück produzierten S.T.Dupont Maharadscha Humidoren wählt der Aficionado die Zigarre seiner Begierde. Daraufhin erfährt der Gast – auf Wunsch hin – ein klassisches Zigarren-Service am Tisch, in weißen Handschuhen versteht sich. Jens Ast und seine Kollegen freuen sich, wenn es wieder mal so weit ist: „Wir sind bedacht darauf, das Service im Restaurant möglichst dezent und aufdringlich abzuwickeln. Beim Tranchieren, Filettieren oder eben beim Aufwarten einer Zigarre kann das Team zeigen, was es so alles drauf hat.“ Die Mitarbeiter sind bestens ausgebildet in Sachen Zigarre. Vier Mal jährlich werden Schulungen abgehalten, wo es nicht nur darum geht, ein richtiges Zigarren-Service zu erlernen, sondern auch über Pflege, Lagerung und korrespondierende Getränke Wissen anzusammeln.
Einmal um den Häuserblock herum bzw. die Direttissima durchs Hotel gewählt, gelangt der genussfreudige Mensch ins Adlon-Palais, und dort geradewegs ins Felix. Unter dem Motto „Clubbing, Dining, Lounging“ wird hier ein Erlebnis-Mix aus architektonisch interessantem Ambiente, Musik und sensorischen Leckerbissen geboten. Auf der unteren der beiden Etagen befindet sich ein Restaurant mit italienischer Küche, wo Nachtschwärmer bis 3 Uhr morgens von ihrem knurrenden Magen befreit werden. Der obere Bereich bietet Lounge-Atmosphäre. Die Zigarrenauswahl beschränkt sich zwar nur auf rund ein dutzend Habanos, diese lassen sich aber perfekt mit einer der 1.500 angepriesenen Spirituosen oder rund 350 Cocktailkreationen begleiten.
Das Zigarren-Triangel
Aus Sicht des Zigarrenliebhabers hat sich in der Gegend rund um den Gendarmenmarkt ein gefährlich gutes Bermuda-Dreieck bestehend aus (Zigarren-)Restaurant, (Zigarren-)Bar, und (Zigarren-)Club entwickelt. Beginnen wir mit dem vermutlich besten Zigarren-Restaurant der Stadt, dem Vau. Zum Zeitpunkt unserer Stippvisite war Matthias Martens erst einfacher deutscher Habanosommelier. Dass er sich den Titel zu Recht ein zweites Mal verdient hat (siehe dazu unseren Bericht in den Kuba-News), beweist sowohl die von ihm zusammengestellten Zigarrenkarte, als auch seine Beratung und Service. Bevor wir aber der Zigarre auf den Grund gehen, muss jener andere wesentliche Aspekt in den Mittelpunkt gerückt werden, der einen Besuch im Vau zum Pflichttermin macht: Kolja Kleebergs Küche. Er versteht es gekonnt, mit offensichtlich höchst unterschiedlichen Aromen und ebensolchen Zutaten zu jonglieren und daraus neue Geschmackswelten zu erschaffen. So kombiniert er frisch und fröhlich krossen Zander mit Burgunder-Schalotten und Weinbergschnecken in Petersilienfond oder eine Tarte Tatin von Tomaten und Himbeeren mit weißem Schokoladeneis und Tomatenhippen. Zum krönenden Abschluss eines großen Abendessens schlägt die Stunde der Zigarrenraucher. Selten findet der Aficionado in einem Restaurant eine Zigarrenkarte, die derart umfangreich und ausgezeichnet sortiert ist. Wenngleich der Titel Habanosommelier Matthias Martens eindeutig als Habanos-Fachmann im allerbesten Sinne „entlarvt“, sucht man auf der Karte des Vau dennoch nicht vergebens nach Zigarren aus der Dominikanischen Republik, Nicaragua, Honduras oder sogar Ecuador (z.B. Arturo Fuente, Macanudo, Casa de Torres etc.). Kuba kommt dennoch nicht zu kurz, derzeit setzt er auf 27 verschiedene Marken und Formate von großen Namen wie Cohiba bis zu Minderheitenprogrammen wie Quai d’Orsay.
Weiter geht es mit der Newton-Bar, nur wenige Gehminuten vom Vau entfernt. Die 1999 eröffnete Bar, ausgestattet mit reichlich Marmor, Alabaster-Lampen, gediegenem Holz und roten Lederstühle, verfügt über einen sehr wesentlichen Blickfang – und damit meinen wir ausnahmsweise nicht den Humdior des Hauses. An der Wand hängt die größte Helmut Newton Fotografie in Privatbesitz, das weltbekannte Motiv „Walking Women“. Für die, die es nicht kennen: die Damen zeigen sich, wie Gott sie schuf und das vom Starfotografen wahrlich künstlerisch in Szene gesetzt. Nebst Bewunderung dieses „oeuvre d’art“ kann man hier auch einfach herrlich seine Zigarre genießen. Im ersten Stock befindet sich eine separate Lounge mit begehbarem Humidor samt zu mietenden Schließfächern. Im unteren Bereich wartet ein Zigarrenwagen auf rauchfreudige Kundschaft. Das Angebot umfasst einmal mehr Kuba in all seinen Facetten, abgerundet durch drei verschiedene dominikanische Erzeugnisse. Den Humidorraum ließ Newton-Bar-Besitzer Josef Laggner nicht ganz uneigennützig einrichten. Der geborene Österreicher, der es in Berlin zu einem bemerkenswerten Gastronomie-Imperium gebracht hat, ist selbst leidenschaftlicher Aficionado.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Newton-Bar befindet sich Berlins mondäner (members only) Capital Club. Auch hier ist übrigens ein Österreicher zugange, Manfred Gugerel leitet seit der Eröffnung 2001 die Geschicke dieses damals ersten privaten Business-Clubs der Metropole. Eine Clubmitgliedschaft ist schwer zu bekommen und daher heiß begehrt. Erst, wer von einem bereits akkreditierten „Capital“isten vorgeschlagen wird und das Bewerbungsprozedere überstanden hat, darf Einlass in die eleganten, 1.200 qm großen Clubräumlichkeiten im Dachgeschoß des Hilton Hotel (eigener Eingang, eigener Aufzug) am Gendarmenmarkt erwarten. Damit sind Exklusivität und Diskretion garantiert. Außer diesem Forum, das prädestiniert ist für Networking-Aktivitäten wird den Mitgliedern allerlei geboten. Kamingespräche mit namhaften Referenten angeführt von Bundesministern über Botschafter, Künstler, Wirtschaftskapitäne stehen regelmäßig am Clubprogramm. Im Berlin Capital Club geht es aber längst nicht nur um Politik und Wirtschaft, sondern vor allem auch um den Genuss. So sorgt der äußerst begabte Küchenchef Peter Maria Schnurr mit seiner als Trademark registrierten „Cuisine Passion légère“ für das leibliche Wohl der anspruchsvollen Klientel. Seiner Idee entsprechend steht das allerbeste Grundprodukt im Mittelpunkt. Schonend zubereitet und möglichst naturbelassen soll das Gericht ein unverfälschtes Geschmackserlebnis bieten. Das Sahnehäubchen zum lukullischen Vergnügen bildet der wunderbare Panoramablick über den Gendarmenmarkt bis hin zum Alexanderplatz, den man vom Capital Grill aus in sich aufsaugen kann.
Die Cigar Lounge im Obergeschoß ist ein kleiner Club im Club. Der Anblick des riesiggroßen, in die Wand eingebauten, Humidors löst beim Betrachter nicht selten Verzückung aus. Schon allein das Abtasten der appetitlich präsentierten Auswahl mit den Augen bereitet erheblichen Spaß. Der Griff in den Humidor will wohl überlegt sein, buhlen doch rund 40 verschiedene Puros aus fünf verschiedenen Herkunftsländern um die „Gnade“, entzündet zu werden. Ein Blick in die Zigarrenkarte vorab ist somit ratsam. Hier kann auch der Laie, dank kurzer Beschreibungen, grundsätzliche Charakteristika der einzelnen Zigarren erfahren und dadurch besser die dem Augenblick entsprechende wählen. Besonders lobenswert ist, dass der Humidor ein selten breit gefächertes Sortiment enthält, das auch Marken inkludiert, die sonst eher selten außerhalb des Tabakfachhandels zu finden sind, wie Mata Fina aus Brasilien, Artist Line, Camacho oder La Tradicion von Perdomo.
Neue Welt
Vom altehrwürdigen Berlin um den Gendarmenmarkt machen wir jetzt einen großen Sprung ins Berlin des 21. Jahrhunderts. Dort, wo einst städtebauliche Wüste herrschte, entwickelte sich nach der Wende ein von Architektenmeisterhand geschaffenes Baugesamtkunstwerk namens Potsdamerplatz – ein wahrlich gelungenes Sinnbild für das neu erstandene Berlin. In diesem mehr als vibrierenden Viertel hat sich auch der Hotelkonzern Hyatt niedergelassen und mit seinem Grand Hyatt Berlin eine äußerst schicke und moderne Nobelunterkunft eröffnet. Whisk(e)y- und Zigarrenfans sollten keinesfalls einen Besuch in der Vox Bar des Hyatt Hotels verabsäumen. Satte 220 verschiedene Whisk(e)ys aller Provenienzen hat Barchef Ezio Mazzoni zusammengetragen. Nichts, was es nicht gibt: Bourbon und Irish, Malt Highland, Lowland, Speyside oder Islay, Sortenvertreter der Inseln Orkney, Skye oder Jura, Raritäten, Spezialitäten und Vintage-Produkte et cetera et cetera. Ab 7 Euro ist man zum Beispiel mit einem einfachen Jim Beam dabei, ein 1965 Single Grain oder der 30jährige Laphroaig stehen mit 51 Euro als teuerste Whiskys auf der Karte. Ob Whisky als Begleiter zur Zigarre – oder doch die Zigarre als Begleiter zum Whisky? – in der Vox Bar gibt es reichlich Rauchware von La Aurora Preferidos über Cohiba Linea 1492 bis hin zu Leon Jimenes. Für den bunten Mix und die optimale Pflege sorgt wieder Ezio Mezzio gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Kranich. Je später die Stunde, desto entspannter die Stimmung in der Vox Bar. Dies ist der jazzig und souligen Livemusik ab 22 Uhr zu verdanken.
Berlins Zigarren-Doyen
Fast immer, wenn sich in Berlin etwas in Sachen Zigarre tut, hat ein Mann seine Hände mit im Spiel: Dr. Maximilian Herzog. Der Schweizer Psychologe mit Lehrauftrag an der Technischen Universität hat vor Jahren seine Leidenschaft zur Zigarre professionalisiert. Aus der Not wurde eine Tugend: weil er in seiner Wahlheimat keinen Zigarrenladen fand, der ihm die Auswahl und Qualität bieten konnte, die er sich erwartete, eröffnete er kurzerhand selbst ein Geschäft. Zigarren Herzog ist heute mehr denn je ein Paradies für Aficionados. Das hat mehrere Gründe, zum einen das Produkt selbst. In dem auf mittlerweile 200 qm angewachsenen Geschäftslokal erwarten den spendierfreudigen Raucher ca. 300 Marken in insgesamt 1.400 Formaten (!) aus allen Teilen der (Zigarren-)Welt. Schwerpunkt liegt auf Dominikanischer Republik, Kuba, Honduras und Nicaragua. Was die Sortimentspolitik betrifft, hat Herzog klare Vorstellungen: „Ich kaufe ein, was mir persönlich interessant scheint und auch schmeckt. Ich habe keinen Ehrgeiz, vollständig zu sein in der Breite des Angebots, aber wenn ich mich entschließe, eine Marke ins Programm aufzunehmen, dann soll dies möglichst in seiner gesamten Formattiefe geschehen.“ In dem heimelig anmutenden Laden am idyllischen Ludwigkirchplatz sucht man vergeblich nach Aromatisiertem, Pfeifen, Zigaretten oder Produkten, die nicht 100% echter Tabak sind. Herzog konzentriert sich rein auf Zigarren, Zigarillos, Accessoires (keine Billigwaren) und den Tabakgenuss begleitende Getränke.
Neben dem grandiosen Spektrum an angebotenen Rauchwaren selbst, besticht der Laden durch optimale Lagerung der Produkte und ausgezeichnete Beratung durch Dr. Herzog und seine kompetenten Mitarbeiter. Gleich neben dem Eingang befinden sich zwei große Standhumidore, wo rund 300 verschiedene Zigarillos in Reih und Glied präsentiert sind. Dahinter befindet sich Humidor Nummer 1 mit 30 qm Fläche – bis zur Decke bemustert mit allem was des Rauchers Leben zu versüßen mag. Dr. Herzogs Credo ist es, Zigarren bis zu ihrem Verzehr geschlossen in der Kiste zu verwahren, um sie vor Licht zu schützen. Zwei „Cigaramas“ – Pulte, die sortiert nach Herkunft und Format das erhältliche Spektrum appetitlich präsentieren – sollen der Kundschaft bei der Entscheidung helfen. Im hinteren Teil des Geschäftes befindet sich begehbarer Humidor Nummer 2. Im rund 20 qm großen Reife-Humidor lagern einerseits die Spezialitäten des Hauses, andererseits können hier auch gute Kunden ihre Lieblinge zur Einlagerung deponieren. Sie wären kaum anderswo besser aufgehoben.
Die Funktion von Zigarren Herzog geht jedoch weit über die eines Umschlagplatzes für Zigarren hinaus. Hier treffen sich Freunde der gehobenen Rauchkultur zu Fachsimpeleien bei einer Zigarre und einen Schluck guten Rum. Dieser gesellige Aspekt wird nicht zuletzt durch Dr. Herzog gefördert, der regelmäßig Veranstaltungen, von Tastings bis hin zu Lesungen, organisiert.
Kubas
Zigarrenbotschafter
Dem Herzog’schen Zigarrren-Elysium wurde mit der Eröffnung der Casa del Habano im Savoy Hotel im Jahre 1998 noch eines drauf gesetzt. Während dieser Bericht entsteht, ist man emsig damit beschäftigt, dem beliebten und stark frequentierten Laden ein neues optisches Kleid zu verleihen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erwartet den Aficionado dann ein ca. 35qm großer begehbarer Humidor verteilt auf zwei Etagen. Anhänger der „Magic Habano“ kommen in der Casa voll auf ihre Kosten. Dr. Herzog offeriert alles, was Havanna liefern kann. Die Kollektion umfasst einfache Habanos genauso wie Spezialitäten und Raritäten, nicht ohne Grund so Dr. Herzog: „Mir ist es wichtig, dem Kunden die enorme Vielfalt der Habanos vor Augen zu führen und das gesamte verfügbare Angebot zur Auswahl zu stellen. So findet jeder das richtige Produkt für sich.“ Nichtsdestotrotz spitzen strikte Habanos-Raucher wohl hauptsächlich auf jene Objekte der Begierde, die man sonst wo kaum oder gar nicht bekommt. Dazu zählen die jährlich aufgelegten Edición Limitadas, die Herzog vollständig führt, oder diverse spezielle Cabinet-Serien sowie Sondereditionen von Jubiläumshumidoren und andere Casa-Besonderheiten.
Das angenehme an der Casa ist, dass sie in die behagliche Times-Bar integriert ist. So kann man entweder einen Zigarreneinkauf mit einem Bar-Besuch verbinden oder umgekehrt. Auch nach 20 Uhr, wenn die Casa del Habano ihre Pforten bereits geschlossen hat, steht dem Aficionado das gesamte Casa-Angebot offen. Das Servicepersonal ist im Besitz des „magischen“ Schlüssel, der Zugang zu den Zigarrenschätzen ermöglicht. In der Times-Bar wird, so wie auch in der Casa, monatlich eine „Zigarre des Monats“ gekürt und zum Verkauf angeboten. Dies sind vorwiegend Habanos, die den meisten Rauchern nicht so geläufig sind. Durch diese Empfehlung sollen sie neugierig gemacht werden, das vielfältige Repertoire der Habanos-Charakteristika auszuloten.
Wirtschaftswunder-Feeling
Zu Wirtschaftswunders Zeiten zählte die Zigarre zum unabdingbaren Utensil – ob als Statussymbol oder zum Genuss sei dahin gestellt. Im Kempinski Hotel Bristol, genauer gesagt in der Bristol Bar, kann man heute noch einen letzten Hauch dieser vergangenen Tage erschnuppern. Damit sei keineswegs gesagt, dass die Zeit stehen geblieben ist, im ersten und modernsten Luxushotel, das 1952 im Nachkriegsberlin eröffnete. Das 5-Sterne-Haus am Kurfürstendamm ist heute Mitglied der elitären Hotelvereinigung „The Leading Hotels of the World“ und bietet jeden Komfort, den der weitgereiste Gast von Welt zu erwarten vermag. Aber eben jene Bristol-Bar hat es geschafft, die Atmosphäre des damals üblichen Geschmacks und Lebensgefühls mit Stil und Mode unserer Tage zu verquicken. Holzgetäfelte Wände und schweres Ledermobiliar gehen eine Liaison ein mit Designelementen des Stardesigners Philippe Starck, von der Decke strahlen venezianische Muranoglas-Luster und ständig wechselnde Bildausstellungen inspirieren nicht nur das kunstsinnige Publikum. Ein schöner Ort also, die Zeit ein wenig anzuhalten, der Klaviermusik zu lauschen und dabei genüsslich an seiner Zigarre zu ziehen. Der Humidor bietet einen Querschnitt der häufig nachgefragten Habanos, in einer kleinen Auswahl ebenfalls Marken wie Ashton oder Felipe Gregorio. Die Barkarte ist geradeso klassisch wie man sie in einer klassischen Bar wie dieser erwarten kann und darf: Dry Cocktails, Special Margaritas, Fizzes, Collinses, Colladas und eine ordentliche Auswahl an Malt Whiskys zu vernünftigen Preisen.
Geraucht werden darf im Kempinski Hotel Bristol jedoch nicht nur abends in der Bristol Bar. Die Gobelin Halle lädt den ganzen Tag über ein, eine Verschnaufpause vom Alltagsstress einzulegen. Zum Kaffee oder Drink wartet Serviceleiter Miroslav Harasic gerne eine Zigarre aus dem Humidor auf. Rauchige Anekdoten hat er übrigens einige auf Lager. In 32 Jahren als Angestellter des Hauses erlebte er schon die ein oder andere Episode rund um den blauen Dunst mit berühmten und „normalsterblichen“ Protagonisten.

 
   
 





onmarketing