
Authentizität zahlt sich aus
Text: Frank Hidien / Fotos: Frank Hidien
Kohlhase & Kopp oder auch „Kohlkopp“, wie die Insider sagen, zählt zu den größten deutschen Zigar-renimporteuren. Aber auch der Pfeifentabak spielt eine wichtige Rolle im Unternehmen. Das European Cigar Cult Journal traf Firmenchef Adam Kohlhase in Hamburg.
Das Hamburger Wetter wird wieder einmal seinem Ruf gerecht … es regnet. Genau richtig, um sich mit einer Zigarre in eine angenehme Umgebung zurückzuziehen. Hierzu ist wunderbar das Hamburger Fachgeschäft Tobacco World geeignet, das wie die Tabacalera Hanseatica ein paar Schritte weiter zu Kohlhase & Kopp gehört. Wir treffen die beiden Brüder Adam und Daniel Kohlhase. Seit sieben Jahren leiten sie das Unternehmen. Vater Michael, gelernter Handelsvertreter in Sachen Tabak, hatte das Unternehmen ab 1975 aufgebaut und mit seinem Spürsinn für Trends und Marktnischen ein riesiges Angebot an Premiumzigarren um sich geschart. Wie ein Trüffelschwein, seine Mitbewerber sprachen lieber von einem fanatischen Briefmarkensammler, nützte er seine weltweiten Kontakte und brachte eine Vielzahl karibischer Zigarrenmarken nach Deutschland, lange bevor der amerikanische Boom nach Europa schwappte. So existiert beispielsweise bis heute zwischen Maya Selva, von Michael vertraulich Biene Maya getauft, und der Kohlhase-Familie ein freundschaftliches Verhältnis. Schließlich war Kohlhase ihr erster deutscher Vertriebspartner. Aber auch im Bereich Pfeifentabak tummelte sich der deutsche Tycoon, baute erfolgreiche Eigenmarken wie Rattrays und McConnell auf und darüber hinaus ein sehr wichtiges anderes unternehmerisches Standbein, nämlich die Tabakproduktion für Eigenmarken deutscher Fachhändler. 1990 war nämlich der Umzug nach Rellingen vollzogen worden und damit der Kauf der Wehde-Tabakfabrik. Als Kohlhase 2000 viel zu früh starb, hinterließ er ein florierendes Unternehmen, das durch die Partnerschaft mit Bernd Kopp aus Offenbach, den die Branche durch prominente Pfeifenvertretungen und den Lederwarenhersteller Wess Design kennt, auf noch breitere Füße gestellt wurde. „Es fällt mir schwer, eine Zigarrenmarke besonders hervorzuheben, denn auf ihre Weise sind wir mit allen sehr zufrieden“, berichtet Adam Kohlhase vom Stand der Dinge. Arturo Fuente, Santa Damiana oder Flor de Selva seien Evergreens mit einem festen Stamm an Kunden. „Aber auch Alonso Menendez, ein Longfiller aus Brasilien, läuft wie geschnittenes Brot. Das mag an dem guten Preis-/Leistungsverhältnis liegen, aber vielleicht auch daran, dass Longfiller aus Brasilien sehr selten sind.“ Dann seien da auch noch Rocky Patel-Zigarren erwähnt, die wegen des hohen persönlichen Engagements ihres Namensgebers und Inhabers – die meiste Zeit verbringt er in Flugzeugen und bei Fachhändlern – sehr erfolgreich seien. Und natürlich die Padrón aus Nicaragua. „Marken, die man mit Gesichtern verbinden kann, wie diese beiden, und auch Flor de Selva haben großen Erfolg beim Konsumenten“, erklärt Adam Kohlhase. Sorgen macht den Kohlhases der Wechselkurs des Dollars zum Euro, der für den Einkauf zwar gut sei, aber schlecht für den Export. Darunter leidet ein wenig die Marke Ashton, ein Beispiel für Michaels guten Riecher. Er hatte die Marke nämlich für Pfeife und Tabak in Europa schützen lassen, weshalb man immer noch getrennt vom Pfeifenangebot Bernd Kopps Ashton Pfeifen anbietet. Robert Levin kannte diese Pfeifen und begann dann, mit Arturo Fuente Zigarren gleichen Namens zu produzieren, die weltweiten Ruhm errangen. Aufgrund derselben geschützten Warengruppe vertreibt Kohlhase seitdem Ashton Zigarren in ganz Europa! Die Zeit geht zu Ende, die Padron No. 2000 ist zu Ende geraucht, die Kohlhases zieht es wieder ins Büro, … die Geschäft warten.
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