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Manfred-Knapp 450h

Mission possible: Qualitätsoffensive für Österreich

Fotos: beigestellt

tobaccoland, Österreichs führender Zigarrenimporteur, beliefert rund 7000 Trafi ken und beschäftigt 300 Mitarbeiter an acht Standorten. Über die täglichen logistischen Herausforderungen, die Marktentwicklung und die Qualitätssicherung bei der Zigarrendistribution haben wir mit Geschäftsführer Manfred Knapp bei einer Tour durch das tobaccoland-Hauptlager in Wien gesprochen.

Cigar Journal: Österreich ist ein lebendiges Genussland geworden und die Zigarre spielt eine große Rolle dabei. Wie nimmt der führende Tabakgroßhändler diese Entwicklung wahr?
Manfred Knapp: Natürlich mit Freuden! Für uns ist die Zigarre ein wichtiges Standbein. Wir haben in diesem Bereich rund 20 Partner und ein Sortiment mit etwa 450 verschiedenen Zigarren- und Zigarillo-Sorten. Der Umsatz steigt nach einer leichten Abwärtskurve im vergangenen Jahr wieder an, besonders im Bereich Longfi ller. Ich glaube, das ist auch darauf zurückzuführen, dass sich der Konsument den kleinen Luxus durchaus noch leisten mag … auch weniger einkommensstarke Konsumenten lassen sich das nicht nehmen.

CJ: Welche Provenienzen und Formate sind besonders gefragt?
M. K.: Es gibt keine besonderen Ungleichgewichte bei den Provenienzen. Sortimentserweiterungen beleben die Nachfrage, wie man bei Habanos sieht. Es lässt sich aber kein Trend hin zu einem bestimmten Land festmachen. Anders bei den Formaten, da geht es doch mehr Richtung Robusto und kürzere Formate. Wir leben ja in einer Zeit, wo oft die Zeit fehlt, um eine lange, schöne Zigarre wirklich zu genießen.

CJ: tobaccoland bietet seit vielen Jahren Schulungsprogramme für den Einzelhandel in Sachen Zigarren-Know-how an. Mit Erfolg?
M. K.: Absolut. Fachhändler und ihre Mitarbeiter sind daran sehr interessiert. Unser Verkaufsleiter Oliver Strobl hat als erster und einziger Österreicher den höchsten Ausbildungsgrad der Habanos-Academy in Kuba erreicht und bildet die Tabakfachhändler in Östereich aus. Wer unsere Schulungen erfolgreich absolviert, verdient die Bezeichnung „Zigarrenexperte“. Dafür gibt es eine Urkunde und die spezielle Kennzeichnung des Geschäfts … derzeit sind es 77.
Sie müssen eine bestimmte Sortimentsauswahl führen und mit Humidoren ausgestattet sein. Für diese Tabakfachgeschäfte bieten wir in Kooperation mit Zigarrenherstellern auch ganz spezielle Schulungen, die sehr ins Detail gehen. Und zusätzlich bieten wir besondere Zigarrenevents an.

CJ: Mittlerweile gibt es in Österreich schon eine stattlich Anzahl von sehr guten Fachhändlern. Früher wurde bisweilen kritisiert, dass Zigarren in Geschäften schlecht gelagert sind. Hat sich diese Situation verbessert und wie unterstützen Sie das?
M. K.: Die Situation hat sich auf jeden Fall verbessert. Die Geschäfte sind moderner geworden und die Qualität hat sich maßgeblich gesteigert. Ein Fachhändler muss sich immer bewusst sein, dass er mitunter die besten und teuersten Zigarren in seinem Geschäft hat. Kunden geben auch mal 70 Euro für eine Zigarre aus und verlangen dementsprechend Qualität. Unser Programm „Zigarrenexperte“ zielt exakt darauf ab. Wir schreiben genau vor, welche Ausstattung er haben muss.

CJ: Wie funktioniert die neue Vertriebsvereinbarung mit Habanos und wie profitiert der Konsument davon?
M. K.: Wir haben eine langfristige Kooperation mit 5th Avenue, dem Habanos-Vertriebspartner in Deutschland, abgeschlossen wo jedes einzelne Habanos-Produkt lagert. Wir können auf dieses Schlaraffenland zurückgreifen und somit sind die wichtigsten Produkte, die es weltweit gibt, auch für uns und unsere österreichischen Zigarrenraucher jederzeit verfügbar. 5th Avenue plant zusätzlich Verkaufsunterstützung und intensive Beratung für Trafikanten in Österreich durch zusätzliche Mitarbeiter.

CJ: Was sind die geplanten Neuvorstellungen bis Ende 2012?
M. K.: Für das 2. Halbjahr 2012 sind noch sehr viele, wichtige Neueinführungen von unseren Partnern geplant. So rechnen wir z. B. alleine aus Kuba mit einem Sortimentszuwachs von 40 bis 50 Marken.

CJ: Die Edición Regional Austria, die Juan López Ideales, war ein großer Erfolg ...
M. K.: Ja, das war ein Riesenerfolg und hat viel Spaß gemacht. Wir haben zum ersten Mal beweisen können, dass wir als doch relativ kleines Land diese Zigarre extra für den österreichischen Markt produzieren lassen konnten. Sie hat genau den österreichischen Touch, den wir wollten, und ist genau auf unser beliebtestes Format, die Robusto, abgestimmt worden. Sie verkauft sich hervorragend, jedoch gibt es noch eine Handvoll bei uns auf Lager. Wir können also jederzeit noch an die Fachhändler ausliefern.

CJ: Sie vertreiben quasi die Crème de la Crème der Marken in Österreich, welche hätten Sie denn gerne zusätzlich im Portfolio? Wie ist da Ihre Strategie?
M. K.: Ich denke, wir sind momentan sehr gut aufgestellt mit unserem Portfolio. Zum einen haben wir die größten Spieler bei uns und zum anderen haben wir die absolut besten Zigarren.
Wir wehren uns natürlich nicht dagegen, sollten neue Anbieter mit uns kooperieren wollen, aber wir werden sehr gut abwägen, ob es zu unserem Portfolio und zu unseren Kapazitäten und Ressourcen passt. Aber momentan sind wir sehr zufrieden.

CJ: In den letzen Jahren fand bei tobaccoland eine regelrechte Qualitätsoffensive statt. Wie sah die im Detail aus?
M. K.: In den letzen drei Jahren haben wir unsere Niederlassungen mit neuen Humidoren ausgestattet, die den strengsten Qualitätsansprüchen gerecht werden. Somit werden Zigarren in allen Verkaufsstellen, wo Fachhändler Produkte abholen, optimal gelagert. Wir haben ein lückenloses Qualitätssystem für Zigarren installiert, das heißt: die Zigarre wird vom Import bis hin ins Tabakgeschäft durchgehend klimatisiert und befeuchtet – selbst die Kommissionieranlage bietet das optimale Umfeld. Wir führen die besten Produkte der Welt. Die verdienen die bestmögliche Betreuung. Einen Ferrari stellt man ja auch nicht in irgendeinen Schuppen …!

 
   
 





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