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GATTOPARDO B Lancaste

Italienische Leidenschaft

Text: Sebastian Zimmel / Fotos: beigestellt

Marcello Mastroianni rauchte sie, Burt Lancaster (im Film „Der Leopard“) schätzt sie, Clint Eastwood kann sie von einem Mundwinkel zum anderen rollen, und Inspektor Columbo, dem seine Frau unterschiedliche Zigarren besorgt, hält sie oft bis zur Aufklärung eines Falles in der Hand … die Toscano.

Die Toscano ist nicht nur eine interessante Zigarre, sie ist auch Symbol italienischer Kultur und Italo-Lebensstils. Und das seit bald 200 Jahren. Gefertigt wird sie in den traditionsreichen italienischen Zigarrenmanufakturen in Lucca in der Toscana und in Cava dei Tirreni im Süden Italiens in seit 1818 unveränderter Rezeptur aus unverfälschten, herzhaft kräftigen, dark fired Kentucky-Tabaken. Die neuen Eigentümer der Manifatture Sigaro Toscano, die italienische Industriegruppe Maccaferri, hat sich zum Ziel gesetzt, die Toscano, die in ihren verschiedenen Mischungen und Sorten in Italien 85 Prozent des Zigarrenmarktes hält, international bekannter zu machen.
Eigentlich verdankt die Toscano ihre Entstehung einem Zufall: Im Sommer des Jahres 1815 wurde in einer Tabakmanufaktur in der Toskana eine Partie Kentucky-Tabake im Freien vergessen und vom sommerlichen Regen durchnässt. Was tun? Man konnte den Tabak schließlich nicht wegwerfen. Es wurden Zigarren hergestellt, die günstiger als alle anderen in Florenz angeboten wurden. Und es war eine ganz andere Art von Zigarre, die wegen der zusätzlichen Fermentation einen neuen Geschmack hatte und dem Publikum sofort gefiel. Ein italienischer Klassiker war geboren.
Die neu gestalteten Packungen (die Lilie aus dem Wappen der Großherzoge der Toscana wurde beibehalten) verraten: je heller die Packung, desto kürzer die Lagerzeit, desto leichter die Zigarre, desto günstiger der Preis. Das Portfolio umfasst Toscano Classico (sechs Monate Lagerung), Toscano Extra Vecchio (neun Monate) und Antico Toscano (zwölf Monate). Neuerdings setzt das Unternehmen auch auf aromatisierte Toscanelli; Toscanello Aroma Caffé hat in Italien bereits einen Marktanteil von zehn Prozent.  Exportleiter Flavien Vergoni sieht auch gute Chancen für moderne Aromen wie Grappa oder Anis. Das „Flaggschiff“ der Toscano-Familie ist „Il Moro“, die einzige europäische Zigarre, die zur Gänze von Hand gewickelt wird. Dieses edle 23 Zentimeter lange Sammlerstück wird aus Premium Kentucky-Tabaken gerollt und in einer nummerierten Einzelholzverpackung in Form eines Tabakblattes präsentiert.
Eine Besonderheit der Toscano ist, dass sie aus Deckblatt und Einlage besteht; sie hat kein Umblatt. Man kann eine Toscano im Ganzen rauchen oder sie in der Mitte entzwei schneiden – eine halbe Toscano ist eine Toscanello. Nur besonders Rustikale brechen sie entzwei und tauchen sie in Wein oder Grappa. Die Toscano ist fest gerollt. Man kann sie ruhig wieder anzünden, wenn sie im Gespräch ausgeht.
Heftig tobt die Debatte darüber, ob man die Toscano im Humidor lagern soll oder nicht. Beide Lager haben ihre Argumente. Für die Traditionalisten soll die Toscano trocken und hart sein – Bösartige meinen sogar „wie eine luftgetrocknete Salami“. Die offizielle Lehrmeinung („The Decalogue of TOSCANO® cigars“ – „10 Gebote des Toscano Genusses“, Broschüre auf Englisch) der Manifatture Sigaro Toscano favorisiert den Humidor. Im Humidor kann sich das rauchige Aroma der fleischigen Kentucky-Blätter voll entfalten.
In fast 200 Jahren ranken sich so manche Geschichten um diese einzigartige Zigarre – von der Gründungslegende bis zur Reihe großer Künstler und Schauspieler, die bei der Toscano Inspiration und Entspannung holten. Nachzulesen in den Büchern aus dem Giunti Verlag in Florenz: „The Toscano – the complete Guide to the Italian Cigar“ oder für Sensoriker „The Toscano in a wineglass – guide to wine/cigar combinations and tasting“ .

 
   
 





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